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Die Zeit vergeht ...

Autor: Luisa | Datum: 05 November 2013, 01:52 | 2 Kommentare

... und da mein Internetstick meine Berichterstattung in letzter Zeit etwas untergraben hat, versuche ich nun, die Ereignisse episodenhaft zusammenzufassen:

Batu Lubang

Hinter diesem Namen (grausam wörtlich übersetzt: Loch-Stein, also Stein mit Loch) verbirgt sich ein nettes Dorf, ein wenig außerhalb von Sorong. Zusammen mit ungefähr 120 weiteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen fand dort Mitte Oktober für vier Tage eine Art Evaluationswochenende statt, bei dem auch das Programm der GKI Klasis Sorong zum Thema Jugendarbeit in den einzelnen Gemeinden für das kommende Jahr beschlossen wurde. Ja, es war so sitzungslastig wie es klingt, aber es hatte auch irgendwie etwas vom Konficamp und mit so vielen Leuten in meinem Alter aufwärts wurde es ohnehin nicht langweilig. So sind wir zwar jeden Morgen um vier zur Morgenandacht aufgestanden, allerdings habe ich auch das erste mal unter einem Wasserfall plantschen und den heiligen Hügel erklimmen dürfen, von welchem der Ausblick wirklich sagenhaft war. So war ich nach 5 Tagen vor Ort (wir mussten spontan mit ca. 20 Leuten noch eine weitere Nacht bleiben, da die Winde für unser Boot zu ungünstig waren) nicht nur um zahlreiche Handynummern und einen Sonnenbrand reicher, sondern konnte auch meinen Gourmethorizont um Schildkröten erweitern ... erstaunlicherweise schmeckten sie ziemlich nach Hühnchen.

 

Tiberias Children Choir

In meiner Kirchengemeinde findet täglich (bis auf sonntags) direkt im Anschluss an den freiwilligen Englischkurs eine ca. 3-stündige Chorprobe des Kinder- und Jugendchores (im Alter zwischen 8 und 24) statt. Nachdem ich ein paar mal beeindruckt zugehört hatte, wurde ich mit Noten in der Hand zum Sopran verfrachtet und singe seither im Chor. Es macht echt Spaß und es ist nicht selten, dass mir nach der Probe noch eine Zeit lang die Ohren summen von ungefähr 40+ Stimmen. Es fällt mir zwar noch immer etwas schwer, indonesische Noten vom Blatt zu lesen und zu singen, aber ich merke langsam Fortschritte. Wer Interesse hat, kann ja mal "not angka" bei Google Bilder eingeben und sich das Schauspiel anschauen. Der Chor steht und fällt mit unserem Multitalent von einem Dirigenten, der 29 ist und seit 2 Jahren den Chor leitet und mit bei meiner Gastfamilie wohnt. Ich hab hier mal einen Youtube-Link vom Auftritt des TCC im letzten Jahr bei einem internationalen Chorwettbewerb in Guangzhou, China, eingefügt - es lohnt sich, mal reinzuhören Wink

http://www.youtube.com/watch?v=5hwLKH8qyHo

 

Rotasi

ist ein Prozess, der alle fünf Jahre die gesamte GKI Klasis Sorong einmal umkrempelt, denn alle Pfarrer_innen der 80 bis 90 Gemeinden wechseln dabei nicht nur ihre Kirchengemeinde, sondern ziehen auch in das dazugehörige Pfarrhaus um. Wohin man wechselt legt das Kantor Klasis fest und nach Verkündung der neuen Stellen haben die Pfarrer_innen einen Monat für den Umzug Zeit. Und so hieß es dann letzte Woche auch für die bisherige Pfarrerin meiner Tiberias-Gemeinde, sich zu verabschieden. Dazu richtete sie einige sehr emotionale Worte an ihre Gemeindemitglieder und es wurden unter Tränen zahlreiche Abschiedsgeschenke überreicht. Vorgestern fand dann der endgültige Umzug statt, zu dem sich an die 100 Gemeindemitglieder beim Pfarrhaus versammelten, um die Pfarrerin zu ihrer neuen Gemeinde zu begleiten. Ob Auto, Minibus, Roller oder Umzugs-LKW, wir bildeten einen wirklich sehens- und hörenswerten Straßenkorso, denn begleitet wurden wir auch von einer "Suling Tambur"-Musikergruppe. Das ist traditionelle Musik der Biak, die für mein ungeschultes Auge aus ca. 8 Pauken und einer Querflöte besteht. Das ganze wird sehr rhythmisch gespielt und die Menge tanzt dazu, indem sie im Takt hinter den Musikern herläuft und mal vor- und zurückgeht (ok, das ist wirklich unmöglich, zu beschreiben, ich mache bei Gelegenheit wohl besser ein Video...).
Der eigentlich sehr kurze Weg hat dann auch bestimmt eine Stunde gedauert, doch bei der neuen Gemeinde angekommen, wurden wir von deren Mitgliedern freudig und lautstark begrüßt. Der TCC hat nochmal gesungen (ja, ich mittendrin im Händelschen Messias-Halleluja, das ich zuvor nur ein einziges mal mitgeprobt hatte...) und nebst einigem Tanz und einer kurzen Andacht wurde noch zusammen gegessen. Also eine wirklich stimmungsvolle Verabschiedung bzw. Einweihung Smile

 

Soweit erstmal, beim nächsten mal folgen hoffentlich auch Bilder ~
Ganz liebe Grüße,

Eure Luisa

P.S.: Hier werde ich (wie auch zu Hause) von den meisten Isi genannt, was mir an sich sehr gut gefällt, das Problem ist nur, dass "isi" auch ein indonesisches Wort ist und "Inhalt" bedeutet. Und - wahrscheinlich ist das nur mein Eindruck - aber dieses Wort und seine zahlreichen Variationen finden im Indonesischen recht häufig Verwendung, sodass ich immer denke, dass Leute mich ansprechen und wenn ich sie dann erwartungsvoll ansehe, schauen sie immer nur etwas verwirrt zurück... Ich hoffe, der Unterschied wird deutlicher, sobald mein Indonesisch sich verbessert ^^  Kiss

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